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Matapaloz Festivaltag zwei

Das Programm des zweiten Tages ist geteilt in jeweils eine Portion Streetcore, Punkrock und eine doppelte Ladung Thrashmetal. Eine gute Mischung wie wir finden, damit auch jeder auf seine Kosten kommen kann.

Den Einstieg liefern heute Toxpack aus Berlin, die sich innerhalb Deutschlands eine solide Fanbase erspielt- und mit ihrer ganz eigenen Mischung aus Punkrock, Metal und Hardcoreelementen den Begriff „Streetcore“ für sich entdeckt und etabliert haben. Die Jungs haben schon etliche Shows und auch Auftritte auf Festivals hinter sich; das Matapaloz stellt in der Dimension und der Zuschauerzahl aber nochmal eine Herausforderung und eine Steigerung dar. Das freut die Band natürlich und ist ein Ansporn, gerade heute richtig Gas zu geben. Frühzeitig findet sich die ganze Crew an der Bühne ein und wir können ein bisschen die Stimmung einfangen. Da sind Konzentration, Anspannung und Euphorie, als es nach Komis Ansage und einem kurzen Intro dann ab auf die Stage geht. Der Bereich vor der Bühne füllt sich schnell. Stimmung kommt direkt bei den ersten Songs auf. Die eignen sich auch perfekt zum Mitsingen und Frontmann Schulle ist auch sehr engagiert darin, das Publikum zum Mitmachen zu animieren.

Schön zu sehen, dass einige waschechte Fans im Publikum sind: Eine Dame mit Toxpack-Fahne sitzt auf den Schultern eines anderen und zeigt sie Richtung Bühne, freut das die Jungs sichtlich und macht den Auftritt zu einer runden Sache. Nach 45 Minuten „Schall & Rausch“ dürfen wir die Band auf dem Rückweg von der Bühne begleiten und bekommen in einem kurzen Interview schöne Eindrücke aus erster Hand. Verschwitzt und euphorisch strahlen die Toxpacker in die Kamera und sind sichtlich begeistert. Wir auch, weiter so, bald geht es auf Tournee, checkt doch mal deren Webseite und das Facebookprofil.

Vom Streetcore, hin zum Old School Oi! Punk aus London, führen uns die Cockney Rejects. Wer die Onkelz-Biographie gelesen hat, weiß, welchen Einfluss diese Band zum Beginn der Bandkarriere hatte. Das erste Album war Inspirationsquelle und Kickstarter für die eigenen musikalischen Gehversuche. Richtige Londoner Street Guys mit einem Hang zum Feiern, zu Punkrock und Fußball. Mit Liebe zu West Ham United. Mit konsequenter Haltung und Attitude. Da wird der größte Teil des Equipments selbst im VW Bus mit zur Bühne gebracht. Hier gibt’s keinen technischer Schnick Schnack, sondern einfache und solide Handarbeit. Das zeichnet ihren Sound aus.

Die Onkelz freuen sich auch besonders, die Band dabeizuhaben und schauen sich einen Teil der Show vom Bühnenrand aus an. Nach all den Jahren und den Veränderungen in der Musik, ist und bleibt die Musik der Rejects ein Teil der Onkelzbiographie. Noch eine Zigarette am Bühnenrand und dann geht es los, volle Kraft nach vorne, keine Kompromisse. Sänger Jeff Turner macht seine Ansagen mit unverwechselbarem Akzent und tanzt in Boxer-Posen zu den Songs. Im Publikum bilden sich Pogo-Kreise und die Klassiker werden unterstützt und gefeiert. Von „The Rocker“ als Opener über „I am not a fool“, „Bad Man“, die West Ham Hymne „I am forever blowing bubbles“ und natürlich „OiOiOi“. Auch hier haben wir die Gelegenheit, im Anschluss mit in den Bus zu steigen, nachdem die Jungs entspannt ihr Equipment einladen und noch eine rauchen. Super sympathisch und freundlich. Checkt das Video an und vor allen Dingen die Musik, falls sie Euch noch nicht geläufig ist. Old School aber kein bisschen altbacken.

Dann ein Switch zum Thrash Metal. Anthrax stehen auf dem Programm. Sie befinden sich gerade auf Welttournee und haben ihr aktuelles Album: ‘For all Kings“ im Gepäck. Die Urgesteine des Genres sind seit 1981 unterwegs und haben mit Scott Ian einen der absoluten Charakterköpfe des Heavy Metals an der Gitarre. Nicht weniger charismatisch: Joey Belladonna. Beim Matapaloz haben sie 75 Minuten Zeit, ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen, bevor ihre „The Big Four“ Kollegen von Slayer das Zepter übernehmen. Dafür bieten sie ihr gesamtes Repertoire auf, legen mit „Among the living“ los und nutzen den gesamten Wumms, den die PA beim Matapaloz vorhält. Gerd Gruss und seine Crew von Crystal Sound bieten alles, was das Metalherz begehrt. Joey nutzt den Raum der Bühne aus und kommt so gut mit den Fans in Interaktion.

Schaut man einmal genauer hin, so sieht man, dass sich die Zusammensetzung des Publikums vor dem ersten Wellenbrecher mit den Wechseln der jeweiligen Bands ändert. Kein kompletter Austausch, aber bei Anthrax wandert die Kuttenträgerfraktion ein und Headbanger lassen die Haare durch die Luft fliegen. Auch Crowdsurfer gibt es viele, die vom Publikum sicher getragen ihren Weg zum Graben machen, wo sie die Security sicher auf den Boden zurückholt. Am Ende des Sets befindet sich die Hälfte des Staubs vom Gelände in der Luft und jede Menge verschwitzte, langhaarige Banger liegen sich in den Armen.

Viel Zeit zum Verschnaufen gibt es allerdings nicht. Nach 15 Minuten Wechselzeit kommen Slayer ins Spiel. In Südamerika haben sie bereits mit den Onkelz gemeinsam auf der Festivalbühne gestanden und heute dürfen sie das wiederholen. Nach kurzem Intro legen sie mit „Repentless“ los, einem absoluten Brett aus ihrem neuen Album, das sicherlich durch das spektakuläre Gefängisaufstandsvideo eine weite Verbreitung gefunden hat.

Bei Slayer herrscht Maximalstimmung, das kommt schon fast an die Onkelz ran. Geballte Fäuste in der Luft, Dauerpogo und Ekstase. Der Sound ist brachial und umwerfend. Besonders, wenn die Toms von Drummer Paul Bostaph bearbeitet werden, spürt man jeden Schlag tief in der Magengrube. Tom Araya macht seine Ansagen mit einem süffisanten Lächeln und fragt, ob ihre Show für den ein oder anderen vielleicht etwas zu hart ist. Mag sein, für den Großteil der Leute aber sichtlich nicht. Das ist harte Musik auf höchstem Niveau und mit ihrer Kombination aus den alten Klassikern, die sie zu einer der größten Metalbands überhaupt haben werden lassen, und den neuen Perlen, bleibt kaum eine Minute, um einmal durchzuatmen.

Was soll man zum Rest sagen? Slayer sind eine Bank, ein Brett und stehen außerhalb jeder Diskussion von Qualität und Performance. Auch Stephan wird in einer seiner Ansagen noch einmal auf Slayer zu sprechen kommen, da kommt man einfach nicht dran vorbei. Kerry King ist immer ein Hingucker und Gary Holt, als Nachfolger des legendären Jeff Hannemann, ist ein technisch versierter und hoch energetischer Arbeiter an der zweiten Gitarre. Für die Jungs geht es nach dem Set direkt weiter in Richtung Frankreich, zum „Hellfest“.

Danach kommen, wie bereits am Freitag, die Onkelz. Und damit unser Hinweis, dass ihr den Konzertbericht der Samstagsshow auf den Seiten von B.O. lesen könnt.

An dieser Stelle wollen wir eine Sache nicht vergessen und uns ganz herzlich bei allen Bands bedanken, die mit den Onkelz die Bühne geteilt-, den Fans eingeheizt haben und das erste Matapaloz-Festival zu einem besonderen Event haben werden lassen. Wir hoffen, Ihr hattet eine genauso gute Zeit wie wir und seid alle wieder gut und unbeschadet nach Hause gekommen.

Beste Grüße von den Onkelz und dem Matapaloz Social Media- und PR Team. Wir sehen uns am gleichen oder einem anderen Ort, immer im Namen der Onkelz und immer in Bewegung. Ob Tour, Hockenheim-Monstershows oder eigenes Festival, Grenzen der Entwicklung gibt es keine.
Bleibt am Ball! Auf noch höheren Wellen zu noch seltsameren Zielen…

Michael Bartl
B.O. / Matapaloz Social Media und PR Team

Alle Bilder: http://monsterpics.de